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Die Rolle Israels / Frage an Rubenstein (sonstige Themen)

verfasst von Rubenstein(R), 05.01.2016, 11:54

Hallo Gast,

Sie erzählen etwas von Logen und Banken und stellen mir dann eine Frage zu Israel. Wo ist denn da bitte der Zusammenhang?

Aber bitte. Ich erzähle Ihnen gern etwas über Israel. Und zu meiner Person: Ich bin überzeugter Zionist. Und im Gegensatz zur antisemitischen Verschwörungsliteratur kenne ich die Realitäten vor Ort sehr gut.

Zunächst mal ein Wort zur augenblicklichen Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung Israels:

Ca. 50 Prozent sind rein säkular
Ca. 30 Prozent sind traditionell (d.h. man feiert aus Gewohnheit die großen Feste wie Pessach oder Sukkot, ist aber im Grunde nicht religiös)
Ca. 10 Prozent sind modern-orthodox (d.h. sie halten die Kashrut ein und bemühen sich auch so gut es geht um der Einhaltung der übrigen Mizvot, tragen aber mit Ausnahme der Kippa ausschließlich moderne Kleidung
Nur die letzten ca. 10 Prozent sind ultra-orthodox. Und unter diesen Ultraorthodoxen, die sich in zahllose Untergruppen aufteilen, die man aber alle an ihrer Kleidung erkennen kann, ist nur eine winzige Minderheit mit gefährlichem Gedankengut ausgestattet.

Und die überwiegende Mehrheit der Israelis ist absolut deutschfreundlich (siehe dazu die letzte Bertelsmann-Studie zum Verhältnis zwischen Israelis und Deutschen).

Die Frage, die sich daraus erhebt: Wenn es also absolut unstrittig ist, dass Israelis große Zuneigung gegenüber Deutschland empfinden; wenn es absolut unstrittig ist, dass zumindest auf offizieller Ebene, gerade von deutschen Politikern, fast ritualhaft behauptet wird, wir pflegten ein einzigartiges Verhältnis zu Israel – warum ist dann die Stimmung in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung offenbar anders? Warum kolportieren weite Teile der deutschen Medienlandschaft, die die Hauptverantwortung für die öffentliche Meinungsbildung über Israel tragen, so oft ein schiefes und manchmal auch wahrheitswidriges Israelbild? Wollen sie sich bloß den veränderten demografischen Realitäten in Deutschland anpassen? Oder handeln sie in Wirklichkeit in redlicher Absicht, wissen es also nicht besser? Dann müsste man die Frage stellen: Woher beziehen die Medien ihren Input?
Oder anders formuliert: Was wäre denn dann auf globaler Ebene die Hauptbastion für Desinformation?

Die Antwort liegt auf der Hand: Die wirkungsmächtigste Bastion der öffentlichen Meinungsbildung ist die Organisation der Vereinten Nationen.

Die Vereinten Nationen waren als Tempel des Friedens geplant, aber schon seit mehreren Jahren wird diese einst große globale Organisation überrannt von repressiven Regimen, die Menschrechte verletzen und die internationale Sicherheit untergraben.

Im Jahre 1949, als die Vereinten Nationen Israel als Mitgliedsstaat aufnahmen, hatten sie 58 Mitgliedsländer. Die Hälfte davon hatte eine demokratische Orientierung. Heute hat sich die Landschaft der Organisation drastisch verändert. Von 51 Mitgliedstaaten bei ihrer Gründung im Jahre 1945 sind die UN auf 193 Mitglieder angewachsen – deutlich weniger als die Hälfte davon sind Demokratien.

Und genau diese Nationen, die ihren Bürgern elementare demokratische Rechte verweigern, missbrauchen das demokratische Forum der Vereinten Nationen, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Die größte Gruppe solcher Staaten besteht aus Mitgliedern eines 120 Mitglieder starken Blocks, der als „Blockfreie Bewegung“ bekannt ist. Seit 2012 wird dieser Block von Iran angeführt, der seine Position nutzt, um seine Verbündeten zu stärken und Israel an den Rand zu drängen.
Im März beendeten die Vereinten Nationen ihre Jahrestagung der sog. „Kommission für die Rechtsstellung der Frau“ mit der Veröffentlichung eines Berichts, der im Grunde nur ein Land verurteilt: Israel. Die Kommission hatte offenbar nichts zu sagen zu den sudanesischen Mädchen, die der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen werden. Sie hatte auch nichts zu sagen zu den iranischen Frauen, die für das „Verbrechen des Ehebruchs“ durch Steinigung bestraft worden sind. Ob das vielleicht etwas mit der Tatsache zu tun hat, dass sowohl der Iran als auch der Sudan in der 45-köpfigen Kommission sitzen?

Dann gibt es den sog. Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, jenes Gremium, das 2006 die Menschenrechtskommission ersetzte. Zu seinen Mitgliedern zählen Saudi-Arabien, Qatar und Venezuela – Nationen, in denen Sie Leben und Freiheit riskieren, wenn Sie abweichende Meinungen zum Ausdruck bringen. Doch diese Regierungen urteilen über den Rest von uns.

Im Jahre 2007 führte der Sudan den Vorsitz über einen Ausschuss für die Überwachung der Menschenrechte – und zwar genau zu jener Zeit, als gegen Präsident Omar Hassan al-Baschir wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur ermittelt wurde. Für diese Verbrechen stellte der Internationale Strafgerichtshof später Haftbefehle gegen ihn aus. Saudi-Arabien – ein Regime, das berüchtigt ist für öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen, wie erst kürzlich die vom Blogger Raif Badawi – sitzt im Menschenrechtsrat, obwohl das Land regelmäßig vom unabhängigen Beobachter Freedom House die schlechtesten Bewertungen in den Bereichen „Bürgerrechte“ und „politische Rechte“ erhält.

Im Jahre 2013 wurde der Iran in den für Abrüstung zuständigen Ausschuss gewählt – obwohl er seinen Atomprogrammausbau fortsetzt, Terrorismus unterstützt und die Zerstörung Israels zum Ziel hat. Im vergangenen Jahr war ein Iraner stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses der Generalversammlung – eine unerklärliche Wahl angesichts der Tatsache, dass iranischen Bürgern faire Gerichtsverfahren verweigert werden.

In Kenntnis dieser Geschichte sollten wir also nicht überrascht sein, dass die Generalversammlung allein in der Periode 2014/2015 zwanzig Resolutionen verabschiedete, die kritisch gegenüber Israel sind, während die Menschenrechtslage im Iran, Syrien und in Nordkorea nur je eine Verurteilung erhielt. Tag für Tag schließen die Mitgliedstaaten die Augen vor diesen beklagenswerten Verbrechen.

Iran? Nur eine Resolution gegen einen Staat, der im Schnitt zwei Bürger pro Tag für „Verbrechen“ der Homosexualität, der Apostasie und des vagen Vergehens „Feind Gottes“ zu sein, hinrichtet.

Nordkorea? Nur eine Resolution, obwohl es mehr als 200.000 Bürger inhaftiert, Kinder in Zwangsarbeitslager wirft und seine Bevölkerung Nahrungsmittelknappheit und Hunger als Folge der Regierungspolitik erleiden lässt.

Syrien? Wieder nur eine Resolution gegen eine Regierung, die einen Krieg gegen das eigene Volk führt, der den Tod von mindestens 220.000 Männern, Frauen und Kindern verursacht hat – viele davon starben durch Folter, Hunger, chemische Waffen und Bomben auf Märkte und Schulen.

Christen sind die weltweit am meisten verfolgte religiöse Gruppe in islamischen Ländern, aber diese Menschenrechtskrise wird fast vollständig von den Vereinten Nationen ignoriert. Stattdessen scheint Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten und ein Land, in dem die christliche Bevölkerung in der Region als einzige wächst – oft der einzige Staat zu sein, um den sich die Vereinten Nationen kümmern.

Nirgendwo ist anti-israelische Voreingenommenheit offensichtlicher als in dem in Genf ansässigen Menschenrechtsrat. Mehr als 50 Prozent aller verurteilenden Resolutionen sind gegen den jüdischen Staat gerichtet!

Aber nicht Israel verletzt irgendwelche Menschenrechte gegenüber den Palästinensern, sondern muslimische Palästinenser verletzten und verletzen in unvorstellbarem Ausmaß die Rechte christlicher Palästinenser. Und es ist geradezu absurd, wenn diejenigen, die die Freiheit verteidigen (nämlich die israelischen Verteidigungskräfte) auf den Straßen Europas „Kindermörder“ genannt werden und diejenigen, die Hass sähen und Terror verbreiten (nämlich die Hamas) zu Opfern hochstilisiert werden.

Als Israeli würde ich mich fragen, wie ich diese Hasswelle, die sich gegen mein Land richtet, ertragen soll. Die israelische Antwort auf die Anschuldigungen der Vereinten Nationen kann nur sein, unermüdlich für diejenigen zu sprechen, denen im Nahen Osten ein Mitspracherecht verweigert wird – nämlich für Frauen und Minderheiten – und zu kämpfen gegen die täglichen Bemühungen totalitärer Regime, demokratische Gesellschaften zu untergraben.

Gruß,
R.


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